2G PLUS

Neue Regeln, alles beim Alten

Heute habe ich zwei Pressekonferenzen gesehen, eine aus Berlin von der Bundesregierung, die andere aus Mainz von unserer Ministerpräsidentin. Beides mal wurde nur eine einzige Branche direkt erwähnt: Clubs und Diskotheken. Und dies natürlich nur im Zusammenhang mit Schließung. Während es für alle anderen Branchen einheitlich eine Regelung gibt, nämlich 2G überall, gibt es bei uns laut Bundesregierung eine rote Linie bei einer Inzidenz von 350. Interessanterweise gibt es keinen Bezug zur Besucherdichte, sondern nur zur Betriebsform. Es fehlt in Berlin wohl die Fantasie, um sich überfüllte Kneipen oder Bars vorzustellen. Diese Berliner Richtlinie würde ich mal eine klare, eindeutige Linie nennen. 2G wenn offen, ab Inzidenz von 350 zu. Dafür gibt es jetzt auch mal Beifall von mir. Einfach, transparent und mit einer gewissen Planungssicherheit versehen. Wir könnten ungefähr absehen wann die Schließung kommt und auch, wann sie wieder geht.

Auftritt Malu Dreyer
Hand hoch wer die Regeln aus Rheinland Pfalz versteht. Ich beschäftige mich seit letztem März mit Coronaverordnungen, lese jeden Satz, achte auf jeden weggelassenen Halbsatz. Aber diesmal steige ich aus. Ohne jeden Grund hat das Land jedenfalls die Regeln für uns deutlich verschärft. Aus 2G wurde 2G+ und eine Maskenpflicht, von der niemand weiß wo sie gilt, kam schon letzte Woche aus dem nichts hinzu. Wir Club- und Barbetreiber wurden gestern Abend von der Stadt Mainz ausdrücklich vor einer Öffnung gewarnt, weil wir für jeden Gast ohne Maske in Haftung genommen werden und bei mehreren Gästen ohne Maske auch der Konzessionsentzug droht (Jedenfalls wurde von einer Schließung gesprochen, außerdem vor erheblichen Geldstrafen pro Gast). Rheinland-Pfalz zieht also auf diesem Wege die Betriebsschließung durch die Hintertür konsequent durch. Ich möchte an dieser Stelle auf zwei Dinge hinweisen:

1. Es gibt keinen Beleg für Corona Hotspots durch Clubs unter der 2G Regelung ( Und wir haben wirklich konsequent und streng kontrolliert, was jeder bestätigen wird, der in den 2 offenen Monaten bei uns war)

2. In den 18 Monaten in denen wir geschlossen waren gab es drei, sich wiederholende, Quellen von Massenausbrüchen: Gottesdienste, Schlachthöfe und große Landwirtschaftsbetriebe)

Wenn jetzt also Clubs geschlossen werden, warum dann nicht auch diese Quellen dichtmachen? Klar, Schlachthöfe halten das Schnitzel aus der Massentierhaltung billig und Herr Tönnies hat mehr Geld als alle deutschen Clubbetreiber zusammen. Ich frage mich nur, ob sich das Virus so sehr für Geld interessiert? Ich glaube, die Antwort ist ganz einfach: Es gibt nur wenige Clubs und junge Menschen sind für unsere Politik irrelevant. Also sind wir als Sündenböcke perfekt. Frau Dreyer hat auch von Solidarität gesprochen. „Wir Rheinland-Pfälzer müssen uns mit unseren südlichen Nachbarn solidarisch zeigen“ Dem stimme ich 100% zu, auch wenn es mir schwerfällt solidarisch mit ungeimpften Bergvölkern zu sein, die anscheinend ja wenig Solidarität mit dem Rest der Welt zeigen. Ich frage mich halt, wer ist „wir Rheinland-Pfälzer“ wenn ich alles, ein Verwaltungsbeamter aber gar nichts verliert? Zum Schluß noch ein wenig Coronawahnsinn:

Wenn Betriebe während der Coronakrise freiwillig, aus welchem Grund auch immer, schließen; wird das vom Bundeswirtschaftsministerium als „freiwillige Betriebsferien“ gewertet, was zu einem Ausschluss aus der Coronahilfe des Bundes führt. Noch Fragen?